Faktenblatt

Nach mehreren Beschwerden von Anwohnern in der Nähe der Flughäfen Liège und Charleroi, die eine Hydrokarbonablagerung auf ihren Gemüsebeeten, in ihren Gärten sowie in ihren Teichen und Schwimmbädern vermuteten, hat das ISSeP eine sehr spezifische Analysemethodik entwickelt, um das Vorhandensein von Kohlenwasserstoffen objektiv nachzuweisen. Dieses Thema wurde auch in die Umweltgenehmigung des Flughafens Charleroi aufgenommen.

Mit dieser Methode kann nur die „aktuelle“ Ablagerung berücksichtigt werden, die mit der Luftfahrtaktivität in Verbindung stehen könnte, im Vergleich zu anderen Ansätzen wie Boden- oder Pflanzenanalysen, die es schwierig machen, historische Kontaminationen zu vermeiden.

Ursprung der Verschmutzung

Das Enttanken von Flugzeugen scheint keine mögliche Quelle zu sein, da diese Operation ziemlich außergewöhnlich ist und nur im Notfall aufgrund eines ernsthaften technischen Problems mit dem Flugzeug durchgeführt wird.

Gesundheitliche Auswirkungen

Es gibt kein direktes Risiko durch Inhalation, und auch kein Risiko einer akuten Vergiftung durch Einnahme oder Kontakt, angesichts der Mengen an Kohlenwasserstoffen, die beteiligt sind. Diese Toxizität könnte auch nicht chronisch sein, da die Exposition nicht wiederholt erfolgt.

Umweltauswirkungen

Die meisten Hydrokarbonablagerungen sollten schnell verdampfen, aber verbleibende Mengen könnten das Ökosystem kontaminieren, abhängig von ihrer Konzentration.

Die Situation in Wallonien

Diese Art der Probenahme und Analyse wurde in Wallonien noch nie durchgeführt, und nach unserem Wissen wurde auch an anderen Orten, sei es um einen Flughafen oder in einem anderen Umfeld, keine ähnliche Studie durchgeführt.

Es gibt keine rechtlichen Grenzwerte oder andere Referenzwerte für Hydrokarbonablagerungen. Angesichts der experimentellen Natur der Methodik und des Fehlens von Referenzwerten wurden zusätzliche Messpunkte außerhalb des Flughafengeländes installiert, um Vergleichswerte zu erhalten.

Im Zeitraum von 2019 bis 2022 lagen alle Messungen rund um die Flughäfen Charleroi und Liège unter der Nachweisgrenze der Methode.

 

Messmethoden

Die HC-Ablagerung wird mit einem zylindrischen Glascollector gesammelt, der mit einem Glastrichter für 28 Tage ausgestattet ist. Das gesammelte Wasser wird auf Kohlenwasserstoffe (C5-C11 und C10-C40 Fraktionen) mittels Gaschromatographie in Verbindung mit einem Flammenionisationsdetektor (GC/FID) analysiert. Diese Analysemethode wird normalerweise für Grundwasser verwendet.